Roadtrip USA - Ein Traum von Freiheit

Für viele von uns ist es genau jetzt wichtig, positiv in die Zukunft zu blicken. Vielleicht ist endlich die richtige Zeit gekommen, den lange ersehnten Roadtrip durch die USA zu machen, sobald es wieder geht? Aber wie muss ich das anfangen, was muss ich beachten, wie kann ich das planen, wo genau fahre ich hin uns wie ist das eigentlich da drüben alles so? Antworten auf diese Fragen und mehr findet Ihr in unserem neuen Blog zum Thema Roadtrip USA!

Das letzte Jahr war für uns alle nicht immer einfach. Vielleicht ist es deshalb eine gute Gelegenheit die Gedanken frei fliegen zu lassen, von unendlicher Weite, wildem Westen und glänzenden Lichtern der Millionenstädte zu träumen. Denn irgendwann kommt sie, die nächste Gelegenheit zu reisen, die Gelegenheit für einen Roadtrip USA.

Roadtrip USA 

Die Planung

Nicht umsonst werden die USA oftmals als eines der fünf beliebtesten Reiseländer der Deutschen genannt. Englisch sprechen wir fast alle mehr oder weniger gut und schon alleine ob seiner Größe bietet das Land die oft zitierten unbegrenzten Möglichkeiten. Nur Kalifornien für sich genommen ist ja bereits größer als Deutschland.

Das wichtigste an einem USA Urlaub ist nun die verfügbare Zeit. Die USA wollen erfahren und erlebt werden. Natürlich kann man auch eine supertolle Woche beim Christmas Shopping in New York oder auf der SEMA in Las Vegas verbringen. Aber so richtig erschließen tun sich die USA einem erst, wenn man sie am eigenen Leib erfährt und zwar im doppelten Wortsinne. Das Auto ist das beste Mittel die USA zu erleben. Von daher braucht man einen Flug, ein Auto und evtl. einige Hotels oder Motels, und schon kann es losgehen. Je nach persönlichem Gusto kann man drüben immer wieder neu planen und gucken, ob man ein Hotel findet oder man bucht den Großteil im Vorfeld. Aber auch für die Einreise muss einiges bedacht werden, zumal wir alle nicht genau wissen, was sich wegen Corona alles ändert. Was man aber sicher braucht ist ein Visum bzw. als Deutscher eine Reisegenehmigung, das sogenannte ESTA. 

 

ESTA

Für einen Roadtrip in den USA benötigst Du ein Visum oder ein ESTA (eine elektronische Reisegenehmigung für die USA). ESTA bedeutet Electronic System for Travel Authorization. Das ESTA kann schnell und einfach online beantragt werden, während für ein Visum ein Termin beim Konsulat vereinbart werden muss. Überprüfe daher vor der Abreise, ob Du ein ESTA oder ein Visum benötigst. Wenn Du einen regulären deutschen Reisepass hast, erfüllst Du in der Regel die Voraussetzungen für das ESTA und kannst Deinen Antrag einfach online stellen. Anträge werden innerhalb von drei Tagen bearbeitet, Eilanträge werden meistens bereits nach einer Stunde genehmigt.

 

Die Ankunft

Wenn Ihr dann nach 8, 10 oder auch 13 Stunden müde am Zielflughafen ankommt, erwartet Euch die Einwanderung. Das klingt schlimmer als es ist, aber wenn man Pech hat, steht man hier die eine oder andere Stunde, um anschließend von einem Beamten mit Pokerface zahlreiche Fragen gestellt zu bekommen. Fertig, aber in freudiger Erwartung, betretet Ihr schließlich das gelobte Land und wollt nur noch euer Auto abholen und dann schnell ins Hotel, duschen, einen Happen essen und schlafen. Doch schon am Schalter der Autovermietung trefft Ihr fast immer auf einen redegewandten Teppichhändler, der nachdrücklich versucht, Euch zusätzliche Versicherungen oder ein größeres Auto anzudrehen. Das kann man gerne ignorieren, den vollen Tank aber sollte man evtl. nehmen, damit man nicht gleich in unbekanntem Gelände die nächste Tankstelle suchen muss. Natürlich wird der gute Verkäufer auch versuchen, Euch ein Navi unterzujubeln, selbstverständlich gegen einen Aufpreis. Je nachdem wie lange Ihr drüben seid, lohnt es sich, genau nachzurechnen. Oft ist es billiger sich in Deutschland ein transportables Navi zu kaufen, was man anschließend auch behalten kann. Zumindest gilt das, sofern man nicht vor hat, sich von einer Handy Navigation leiten zu lassen.

 

Die USA

Den in Deutschland so oft zitierten „Ami“ gibt es eigentlich nicht. Im drittgrößten Land der Erde sind auch dementsprechend unterschiedliche Lebensweisen anzutreffen und einen Tennessee Cowboy mit einem New Yorker Banker oder einem L.A. Surfer zu vergleichen, wäre ein hoffnungsloses und sinnloses Unterfangen. Was die Amerikaner allerdings eint ist die Tatsache, dass sie meist freundlich und aufgeschlossen sind. Wer die deutsche Besserwisserei zuhause lässt und sich auf den American Way of Life einlässt, wird vermutlich schnell viele Freunde finden. Dass Amerikaner dabei per se oberflächlich sind, ist übrigens ein typisches Vorurteil. Wohin es Euch zieht, müsst Ihr dagegen selbst wissen. Um die USA zu entdecken, braucht man, wie schon gesagt, Zeit und meist muss man auch mehrmals kommen, frei nach dem Motto: „I’ll be back“! Die Frage ist, was Ihr sucht. Mit ca. 36 Einwohnern pro Quadratkilometer sind die USA eher dünn besiedelt. Das liegt auch daran, dass sich ein Großteil der Einwohner auf die Großstädte und deren Ballungsräume verteilt. Von knapp 330 Millionen Menschen leben z.B. allein knappe 40 Millionen in den beiden Großräumen L.A. und New York zusammen genommen. Es gibt also durchaus Gegenden, wo man lange und oft im Stau steht oder förmlich überrannt wird, z.B. am Walk of Fame in Los Angeles oder in Las Vegas zu Halloween. Dagegen kann man in manchen Bundesstaaten hundert Kilometer am Stück fahren, ohne einer Menschenseele zu begegnen.

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Das Autofahren

Generell ist das Autofahren in den USA so eine Sache. Achtspurige Interstates (Autobahnen) des programmierten Blechschadens wechseln sich mit verlassenen Landstraßen ab. Nicht jeder Bundesstaat hat die gleichen Regeln und generell wird man auch gerne rechts überholt. Die Fahrkünste der „Amis“ sind dabei, vorsichtig gesagt, sehr unterschiedlich. Am nervigsten sind allerdings die Mautstationen. Selbige stehen auf manchen Straßen und dann findet sich wieder ewig keine. Für Floridatouristen sei gesagt, es kann Euch gleich auf dem Weg vom Flughafen zum Hotel passieren. Elektronische Abrechnungssysteme, bei denen Ihr ein Gerät im Auto habt, machen das Ganze einfacher und werden dabei auch immer beliebter. Die Barzahlung kann hingegen ein Abenteuer werden, da man oft nur noch eine Spur von vielen für die Barzahlung hat und wehe man übersieht sie. Selbiges am besten bereits im Vorfeld bei der Autovermietung abklären.

Aber auch das Tanken kann zu Schwierigkeiten führen. Tankstellen arbeiten irgendwie immer anders. Meist muss man vorweg zahlen, aber auch nicht immer. Oft muss man so einen Metallbügel (wo der Tankrüssel drauf liegt) hochschieben, aber auch nicht immer. Am Liebsten wäre es den meisten Tankwarts, wenn Ihr per Kreditkarte zahlt, doch oft verlangen die Tanksäulen zur Kreditkarte Eure Postleitzahl. Leider verstehen sie in der Regel nur amerikanische Postleitzahlen und so funktioniert das manchmal und manchmal auch nicht. Im Zweifel geht man vorher in das Häuschen, sagt man möchte für 20 Dollar oder einen beliebigen anderen Betrag auffüllen, dann geht man raus und tankt den Betrag, für welchen die Säule frei geschalten wurde und anschließend geht man wieder rein, falls man doch nicht so viel Benzin rein bekommen hat, und lässt sich den Rest rausgeben. Klingt kompliziert, ist aber halb so schlimm und das beste ist ja: das Benzin ist immer noch viel billiger.

 

Die Touristen Hotspots

Jeder kennt sie und fast jeder hat sie auf der Liste, wenn er erstmals in die USA fliegt: die eingängigen Touristen Hot Spots. Egal ob L.A., New-York, San-Francisco, Washington oder Las Vegas. Alle eint, dass das Leben dort deutlich teurer ist, als in vielen anderen Gegenden in den USA. Alle eint aber auch, dass man, egal, ob man die einzelnen Städte am Ende mag oder nicht, sie einfach mal gesehen haben muss. Alle eint auch, dass es wie in vielen Eckchen der USA gefährliche Gegenden gibt, in die man als Tourist lieber nicht gehen sollte. Das Hauptproblem aber sind hier oft die Hotelpreise, die ganz schnell ein Urlaubsbudget sprengen können. Besonders heftig sind selbige in San Francisco, wo man für ein kleines Pensionszimmer mit Etagenklo gerne mal 100 Euro die Nacht ausgeben kann. In Vegas ist es ob der Casinos deutlich besser, in L.A. kann man evtl. in uninteressanteren Stadteilen wohnen, wo es etwas günstiger ist. Generell gilt, es lohnt sich, sich hier genau umzugucken und zu planen, bevor man hinfährt. Natürlich hat jeder seine Favoriten, aber wenn es an dieser Stelle ein paar Tipps jenseits von Empire State Building, Weißem Haus und Fishermans Wharf geben soll, dann wollen wir diese ganz subjektiven Empfehlungen aussprechen:

L.A.:  in jedem Fall Rodeo Drive nicht verpassen, hinsetzen, Kaffee trinken, Leute und Autos anschauen. Unbezahlbar! Chilliger Abendausklang in einem schönen Restaurant im wunderbaren Marina del Rey.

New York: Bezahlbares und leckeres Essen gibt’s in Chinatown, aber am schönsten ist es vielleicht an der Upper Westside.

San Francisco: Das größte Chinatown der USA und ein wunderbarer japanischer Garten. San Francisco lässt sich übrigens überwiegend ganz passabel zu Fuß und mit der obligatorischen Cable Car Fahrt erkunden.

Washington: Es gibt großartige Museen, Galerien und sogar Gärten vom Smithonian. Wirklich nett und schon fast gemütlich ist es in Georgetown.

Las Vegas: Am Besten ein Hotel am Strip nehmen, dann spart man sich die Parkplatzsuche und elendige Herumlauferei. Wem der Wahnsinn am Strip nicht reicht, der kann das im Fremont Street Experience mit nebenstehendem Heart Attack Grill noch toppen. Wer genug hat, fährt raus in die Wüste, z.B. über das gemütliche Boulder City zum Hoover Dam.

Roadtrip USA
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Persönliche Empfehlungen

Die USA ist nicht immer dort am schönsten, wo alle hinwollen. Echte Highlights findet man auch an anderen Orten, manche bekannter, manche weniger bekannt. Hier eine kleine persönliche Liste:

Charleston (South Carolina), Savannah (Georgia) und Sankt Augustine (Florida) streiten um den Titel der schönsten Stadt des alten Südens. Sehenswert sind sie alle, vielleicht auch in dieser Reihenfolge, und arg weit voneinander entfernt sind sie auch nicht.

Der Great Smokey Mountain National Park in Tennessee/North Carolina ist amerikanische Bergidylle pur und immer eine Reise wert. Und wenn man schon da ist, sind Lynchburg (Home of Jack Daniels) und Nashville, das Mekka der Country Musik, gar nicht mehr weit.

Die New England Staaten sind ein Paradies für sich, aber leider auch ziemlich teuer. Wer in New York ist, braucht nur ein bisschen nach Norden fahren und ist schon in Connecticut.

Der Olympic National Park in Washington (dem Staat, nicht der Stadt): ganz oben im Westen ist nicht nur die regenreichste Gegend der USA, sondern sie bietet auch eine wilde Bergwelt mit fast undurchdringlichen Regenwäldern und schroffe, aber wunderschöne Küsten.

Falls jemand auf Wüste und Cowboys steht, Bisonburger und alte Westernkulissen, der wird in Kanab (Utah) glücklich. Ein Juwel mitten im Nirgendwo.

Wer nun doch lieber eine Großstadt anguckt, für den sind vielleicht Seattle und Miami interessant. Zwei Städte, die nicht nur geografisch Gegensätze sind. Miami als Modelhauptstadt, mit South Beach voller schöner Menschen im Süd-Osten, oder Seattle, eine schon fast gemütliche Großstadt im regnerischen Nord-Westen.

Auch erwähnenswert: Indian Summer in Wisconsin, endlose Weite in Montana, Denver als Tor zu den Rocky Mountains oder auch San Antonio, das sogenannte Venedig der Staaten. Diese Liste könnte man fast unendlich weiterführen, so groß sind die USA und so unterschiedlich die Geschmäcker.

 

USA für Auto- und Motorradfans

Natürlich gibt es gerade auch für Autofreunde jede Menge tolle Dinge zu sehen in den USA. Wer die Augen aufhält, kann an jeder zweiten Straßenecke die Kamera zücken. Die Empfehlungen hier sind so vielfältig, dass man fast nicht weiß wo man anfangen und aufhören soll. In Kürze vielleicht folgende „Must Sees“: Corvette Werk und Museum in Bowling Green Kentucky. Shelby in Las Vegas. Harley Davidson in Milwaukee. Natürlich haben auch alle Eure Lieblingsautosendungen irgendwo ihre Werkstätten und meist auch Merchandising-Läden und Ausstellungen, wie z.B. Westcoast Customs von „Pimp my Ride“ in Los Angeles. Für echte Fans gibt es natürlich auch viele Drehorte zu besichtigen, wie etwa das Toretto Haus und das Toretto Diner aus Fast and Furious, beides nur einen Steinwurf voneinander entfernt in Los Angeles. Der größte Autowahnsinn ist aber die SEMA in Las Vegas, die Tuningmesse überhaupt. Leider nur für Fachpublikum, aber naja, gucken kann man ja mal. Wer mag kann sich außerdem im Vorfeld oder bei Einheimischen über Autotreffen informieren. Selbige gibt’s natürlich auch in den USA und meist mit viel guter Laune und wesentlich weniger Rennleitung wie bei uns. Wenn es aber um das pure Fahrvergnügen geht, gibt es zwei absolute Tipps, die auch nicht wirklich geheim sind: den Highway Number 1 an der Westküste, bei dem eine Nacht in San Simeon eingeplant werden sollte. Auf diesem Weg kann man mit ein bisschen Glück alles erleben, von See-Elefanten in Streichelnähe am Strand (sollte man nicht versuchen), bis hin zu Walgesängen, die unten vom Meer herauf klingen. An der Ostküste hingegen ist natürlich die obligatorische Fahrt auf die Florida Keys ein Erlebnis für sich.

Roadtrip USA

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Ein paar abschließende Tipps

  • Immer in einer extra Tasche ein paar Dollarnoten bereithalten, für kleine Besorgungen, Bettler oder Trinkgeld.

  • Kleingeld für Mautstationen im Auto bereitlegen.
  • An die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten und falls es mal schiefgeht: seid freundlich zu den Polizisten und macht, was sie sagen.
  • Informiert Euch vorher ausführlich über die unterschiedlichen Verkehrsregeln in den USA.
  • Bedenkt, dass Preise in den USA immer netto sind. Die Steuer wird also an der Kasse noch draufgeschlagen.
  • Nicht alle „Outlet-Malls“ sind wirklich günstig. Je nach Jahreszeit und natürlich auch je nach Lage (Touristenmall vs. abgelegene Mall für Einheimische) sind hier oft herbe Unterschiede. In manchen Staaten gibt es auch manchmal Tax-Free Weeks, was das Ganze noch reizvoller macht.
  • Wer in einem heißen Staat in ein Kino geht, sollte einen Pulli mitnehmen, da die Kinos (wie auch Läden, Malls, Restaurants) oft schon fast winterlich herunter gekühlt werden.
  • Viele Servicekräfte in den USA leben vor allem vom Trinkgeld, man sollte also nicht geizig sein.

 

So bleibt uns nur noch, Euch viel Spaß auf Eurem nächsten Road Trip durch die Weiten des Westens zu wünschen und wenn Ihr Lust habt, schickt uns doch ein Foto von Eurer persönlichen Traumreise durch die USA.

 

Über den Autor

Unser Andi führt nicht nur einen Großteil unseres Blogs und ist bekennender Mustangfahrer, sondern hat auch schon weit mehr als ein Jahr seines Lebens in den USA verbracht. Neben einem Praktikumssemester machte er mehr als ein halbes Dutzend USA Reisen. Seine letzte führte ihn in zwei Monaten vom Atlantik zum Pazifik und von Florida bis hinauf nach Montana. Falls Ihr jetzt Lust auf mehr habt: in seinem Buch „6000 Meilen bis Vegas“ könnt Ihr ihn auf genau dieser Reise begleiten. 

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