Nachruf auf Lee Iacocca - Der Vater des Mustangs ist heimgekehrt

In jeder großen Autonation gibt es einige Persönlichkeiten, welche die Geschicke der jeweiligen Autobauer nachhaltig geprägt haben. Lee Iacocca, einer der ganz Großen der amerikanischen Autoindustrie ist nun gestern am 2. Juli 2019 im Alter von 94 Jahren verstorben.


[Bildquellen: ©nytimes | https://www.nytimes.com/2019/07/02/obituaries/lee-iacocca-dead.html] 

Geboren 1924 in Pennsylvania erlebte er nicht nur einen Großteil des automobilen Zeitalters, sondern formte und gestaltete es auch noch aktiv mit. Dabei rettete er mehr oder weniger mindestens zwei der großen Drei und wurde zum Vater einer ganzen Autoklasse.

Ford ging es Ende 1959 gar nicht gut. Der Edsel hatte nicht die versprochenen Erfolge gebracht, der Markt änderte sich und ein Verlust von 350 Millionen Dollar grub sich förmlich ins Gesicht von Henry Ford dem II. Doch schon 1961 schlug der recht neue und junge Vizepräsident von Ford, der erst 36jährige Lee Iacocca, einen neuen sportlichen Viersitzer vor. Das Meeting jedoch endete prompt und erfolglos. Iacocca hätte die Idee nun begraben können, hat er aber zum Glück nicht. Er sah das Ganze eher als Chance für eine zweite, bessere Präsentation. Schließlich hatte er seine geheime Arbeitsgruppe, die später als Fairlane-Komitee (weil sie sich in einem Fairlane Inn getroffen hatte) berühmt werden sollte, nicht umsonst gegründet. Neue, jüngere Kundengruppen sollten erschlossen werden und im Zentrum dieser Überlegungen stand eben jener Sportwagen für eine junge Käuferschicht. Das Lastenheft umfasste: Platz für vier, knapp 1100 Kilo Gewicht, lange Haube, kurzes Heck, eine Basisversion mit vielen Optionen und zur Weltausstellung 1964 in New York sollte alles fertig sein.

Der Rest ist sozusagen Legende: Unter dem Codenamen T5 bastelte die Designabteilung im ersten Halbjahr 1962 achtzehn verschiedene Modelle, von denen keines Iacoccas Segen fand. Erst ein Designwettbewerb brachte das Ersehnte. Der Gewinner war der sogenannte Cougar, dessen Kühler übrigens auch von eben jener Raubkatze geziert wurde. Aus der geschmeidigen Katze wurde 1963 fast der Torino und schließlich doch der Mustang. Ford hatte damit einen absoluten Gewinner am Start und Iacocca unwissentlich seine eigene Fahrzeugklasse erdacht, das Ponycar.

Iacocca und Ford, war das also eine Ehe geschlossen im Himmel? Nun, die Geschäftswelt ist hart und so wurde er trotz seiner Erfolge 1978 von Ford entlassen. Doch so hatte er die Chance den nächsten Konzern aus der Schräglage zu retten. Chrysler stand damals kurz vor dem Abgrund und Iacocca zog den Riesen mit einer Fokussierung auf Großraumlimousinen und die Jeep Modellen aus der Krise.

1992 ging der Mann, der als der Vater des Mustangs gilt, in Rente. 2009 gab es dann zum 45 Geburtstag des Mustang die Iacocca Silver 45th Anniversary Edition Modelle. Da es derer nur 45 Stück gibt, dürften sie inzwischen beliebte Sammlermodelle sein, die leider in irgendwelchen Garagen verschwunden sind. Aber für alle Fans von Ford kommt ja noch dieses Jahr der Blockbuster „Ford v Ferrari“ mit Matt Damon und Christian Bale in die Kinos. Thematisiert wird der Kampf von Ford gegen Ferrari in Le Mans 1966 und die Entwicklung des GT40. Maßgeblich beteiligt an den Ereignissen treffen wir natürlich auch Le Iacocca im Film wieder. Wir freuen uns sehr auf den Film und sagen danke an den großen alten Mann, der uns den Mustang geschenkt hat und so viele großartige Autos mehr.

Tags: Mustang

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  • Sehr interessant!

    Sehr interessanter Artikel, mal etwas ganz anderes. Ich hatte das gar nicht so auf dem Schirm gehabt dass Mr. Iacocca so eine große Rolle bei Ford gespielt hat und ich ihm meine Leidenschaft verdanke.
    R.I.P