Der neue EcoBoost Motor aus dem S550 Mustang

Zugegeben, dem neuen 4-Zylinder Motor wurde das Leben von Anfang an nicht leicht gemacht: Von einem Großteil der Szene wurde seit Bekanntwerden, dass es einen 4-Zylinder-Motor im neuen Mustang geben wird, das Thema eher belächelt. Einige erinnern sich an die von Hitzeproblemen geplagten 2,3 Liter Turbo-4-Zylinder Motoren aus den Foxbody Mustangs der frühen 80er Jahre. Zu Beginn war der Turbo durch unzureichende Schmierung zu unzuverlässig und sorgte sogar für Fahrzeugbrände, nach einer Überarbeitung machten die Zylinderkopfdichtungen Probleme und trotz der Vorgabe, Premium Fuel zu benötigen, hatte der Motor Klopfprobleme. Steht uns nun dasselbe Desaster bevor?

Wahrscheinlich nicht. Ford hat seine Hausaufgaben gemacht und präsentiert mit dem neuen 4-Zylinder EcoBoost einen Motor, der für einen "Daily Driver" mit Sicherheit eine tolle Lösung darstellt.

Natürlich schockiert es zunächst wenn man liest, dass Ford mit 309 PS auf 134 PS pro Liter Hubraum kommt und man hat automatisch Bedenken um die Langlebigkeit, dies jedoch zu Unrecht.

Der Motor kommt auf eine Verdichtung von 9,5:1. Um mit der hohen Druckbelastung klarzukommen, setzt Ford bei diesem Motor eine geschmiedete Kurbelwelle, geschmiedete Pleuel und Alu-Kolben mit eingearbeiteten Ventiltaschen ein. Um trotz der relativ hohen Verdichtung bei hohem Ladedruck keine Klopfprobleme zu erhalten, sind die Kolbenböden ölgekühlt, außerdem wird die Klopfneigung durch Verwendung einer Benzindirekteinspritzung weiter reduziert.

Ein nerviges Turboloch ist nicht zu befürchten, die Brennräume sind mit 87,55 x 94,00 mm langhubig ausgelegt, außerdem setzt der Turbolader auf Twinscrolltechnik, die die Abgaskanäle von jeweils zwei Zylindern so zusammenfasst, dass die Druckschwankungen im Abgasstrom verstärkt werden und der Turbolader damit bereits bei sehr niedrigen Drehzahlen Ladedruck aufbauen kann. Das Ergebnis sind 407 Nm Drehmoment, die zwischen 2500 und 4500 rpm zur Verfügung stehen, die maximale Leistung von 309 PS erreicht der Motor bereits bei 5500 rpm. Fast schon selbstverständlich besitzt dieser DOHC-Motor verstellbare Nockenwellen für die Einlass- und Auslassventile, im Gegensatz zur Ti-VCT Technik des 5.0 Liter V8 werden diese jedoch nicht durch softwareseitig steuerbare Aktoren, sondern direkt durch die hydraulik verstellt.

Natürlich kann ein solcher Motor keinen V8-Enthusiasten überzeugen, aber durch das geringe Gewicht und dem großen Drehmoment kann dieser Motor durchaus großen Fahrspaß für kleines Geld bringen - im Prinzip ja das was auch die erste Mustang-Generation vor 50 Jahren gebracht hat. Wer seinen Mustang als Alltagsfahrzeug verwenden möchte, könnte sich mit diesem Motor durchaus anfreunden.

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  • Vernünftig!

    Die Zeit schreitet weiter - der Sprit wird immer teurer, das Umweltproblem ist auch nicht zu leugnen. In anderen EG-Staaten war der S179-V8 dank entsprechender Steuerpolitik für den Normalverdiener unerschwinglich, z.B. Holland. Es ist konsequent und vernünftig, einen Neuanfang bei der Motorisierung zu wagen. Zumal selbst bei den Amis Spritsparen langsam in Mode kommt. Verharren im Alten würde dem Pony früher oder später den politischen Gnadenschuss bringen: Zu unwirtschaftlich für seinen Fahrer, zu wenig profitabel für seinen Hersteller. Time to change!